Wadenschmerzen an sich sind nicht das typischste Symptom von hoher Blutzucker. Es kann sich jedoch um ein Warnsignal für Gefäßschäden durch anhaltend erhöhte Blutzuckerwerte handeln. Daher sollten solche Symptome nicht ignoriert werden, insbesondere bei Menschen mit Diabetes oder Risikofaktoren für diese Erkrankung.
Erhöhte Blutzuckerwerte können die Blutgefäße allmählich schädigen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich erhöhen. Anhaltende Hyperglykämie ist zudem mit einem höheren Risiko für die Entwicklung von Arteriosklerose verbunden.
Atherosklerose ist ein Prozess der Ansammlung von Fettablagerungen, einschließlich Cholesterin.,
An den Wänden der Arterien bilden sich Ablagerungen. Mit der Zeit verengen diese die Blutgefäße und behindern den Blutfluss. Sind die Arterien der unteren Extremitäten betroffen, können beim Gehen Schmerzen in den Waden und ein Hinken auftreten – eine Erkrankung, die als Claudicatio intermittens bekannt ist.
Ein weiteres mögliches Anzeichen für Arteriosklerose sind Brustschmerzen oder -beschwerden, die sogenannte Angina pectoris. Wenn ein Blutgefäß vollständig verstopft ist, kann dies zu schwerwiegenden Komplikationen wie einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.
Ein hoher Blutzuckerspiegel kann auch Nervenschäden verursachen (diabetische NeuropathieTypische Symptome sind Taubheitsgefühl, Kribbeln oder brennende Schmerzen, die meist in den Fingern oder Zehen beginnen und sich allmählich nach oben ausbreiten. In fortgeschrittenen Stadien kann es zu Empfindungsverlust und zur Bildung schwer heilender Wunden und Geschwüre kommen.
Bevor es zu Komplikationen bei Typ-2-Diabetes kommt, sendet der Körper oft Warnsignale.
Zu den häufigsten frühen Symptomen gehören:
• ständiger Durst und trockener Mund;
• häufiges Wasserlassen;
• verstärkter Hunger;
• unerklärliche Müdigkeit;
• langsame Heilung von Schnittwunden und Verletzungen;
• unbeabsichtigter Gewichtsverlust;
• verschwommenes Sehen;
• Juckreiz im Genitalbereich.
Typ-2-Diabetes entsteht, wenn der Körper Insulin nicht effektiv verwerten kann oder die Bauchspeicheldrüse nicht genügend dieses Hormons produziert. Insulin spielt eine Schlüsselrolle beim Transport von Glukose aus dem Blut in die Zellen, wo sie als Energiequelle genutzt wird.
Die Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes sind Übergewicht und Bewegungsmangel. Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 30 kg/m² haben ein besonders hohes Risiko. Die Fettansammlung im Bauchraum, die sogenannte viszerale Adipositas, trägt ebenfalls zur Entwicklung von Insulinresistenz und Stoffwechselstörungen bei.

Was ist Prädiabetes?
Prädiabetes ist ein Zustand, bei dem der Blutzuckerspiegel höher als normal, aber noch nicht hoch genug für die Diagnose Diabetes ist. Es handelt sich um ein wichtiges Warnstadium, in dem der Glukosestoffwechsel bereits gestört ist, die Erkrankung aber noch verhindert oder verzögert werden kann.
Die Hauptmechanismen bei Prädiabetes sind die verminderte Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin (Insulinresistenz) und die allmähliche Verschlechterung der Funktion der Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren.
Daten zeigen, dass ein erheblicher Anteil der Menschen mit Prädiabetes ohne Lebensstiländerungen innerhalb weniger Jahre an Typ-2-Diabetes erkrankt. Die gute Nachricht: Durch die Früherkennung von Prädiabetes und Maßnahmen wie Gewichtsabnahme, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung lässt sich das Risiko einer Diabetes-Erkrankung deutlich senken.
Redakteurin Ina Dimitrova

